Möbel und andere Tall girl problems

Möbel, Türen -als großer Mensch entspricht Sarah Brabender  einfach nicht der Norm, Sondermaß ist gefragt

Möbel, Türen -als großer Mensch entspreche ich einfach nicht der Norm 😉

Die Wohnung und ihre Einrichtung sind der Spiegel deiner Seele. Oder auch einfach das Zusammenspiel von Industrienorm und deiner Größe. Wir Großen könnten uns ganz anders einrichten, wenn wir kleiner wären. Was habe ich früher als Teenager immer von diesen Romantikstyle Metallbetten geträumt. Aber nö, ein normal langes Bett mit begrenzendem Metall am Fußende? Leider nichts für mich und meine langen Beine.

1,90 lange Betten sind einfach zu kurz

In Spanien war es immer ganz besonders lustig. Da sind die Standardbetten teilweise nur 1,90 Meter lang. Ich sage mal so: Man muss nicht gegen das Gesetz verstoßen, um richtiges Knastfeeling zu erleben. In das untere Bett eines 1,90 Meter langen Stockbetts eingepfercht zu sein, reicht da völlig aus. Vor allem, wenn die Betten ein Gitter drumherum haben. Wenn es gar nicht geht, kommt die Matratze aus dem Bett und auf den Boden, da bin ich pragmatisch. Wobei ich ja noch Glück habe und mir Zwei-Meter Standardbetten ohne Fußteil ausreichen.

Noch größere Menschen stellen gerne mal einen Stuhl ans Fußende. Als Verlängerung. Zuhause haben sie dann ein teures oder sogar selbst gebautes Sondermaßbett in Überlänge. Was natürlich auch direkt die Raumplanung etwas durcheinander bringt. Da passt der Schrank dann nicht noch so gerade hinter das Bett (plus Durchgang). Dann heißt es Bett und Wand und voll.

Und das, wo man als große Frau doch eigentlich eher mehr Platz für einen größeren Kleiderschrank bräuchte. Unsere riesigen Klamotten brauchen doch mehr Platz als so kleine Teilchen und passen leider nicht so gut auf die Standardregalmaße. Und wenn du dann irgendwo mal ein langes Kleid ergattert hast, dass dir richtig passt, dann ist die Kleiderstange zu niedrig und es wird automatisch zum gestauchten Crinklekleid. Und Schuhe kriegst du auch viel weniger in so ein Schuhregal. Und das ist nun wirklich gemein!

Beine übereinanderschlagen? Vergiss es…

Ich bin gerade umgezogen und frage mich, ob das Türguckloch wirklich in Standardhöhe ist. Ich kann es mir kaum vorstellen. Denn es ist quasi in Kniehöhe. Da bleibe ich wohl doch lieber beim altbewährten „Wer ist da?“ durch die Tür schreien, als mir einen Haltungsschaden zuzuziehen.

Von Standardküchenhöhen, Waschbecken und Armaturen fange ich erst gar nicht an. Aber Spiegelbohrungen, etwas für Frauen total Essentielles… Ich würde im Spiegel schon gerne mal meinen Kopf sehen können, ohne mich verkrampft hinzuhocken. Nicht nur Zuhause, auch woanders. Ich meine ja nur.

Und wieso sind Standardtische eigentlich so niedrig, dass man kaum seine Beine darunter kriegt? Elegant übereinandergeschlagene Beine, wie bei den anderen Mädels, Pustekuchen. Wenn ich irgendwo zu Besuch bin, muss ich oft meine Schuhe mit Absatz ausziehen, damit ich mit den Beinen überhaupt irgendwie unter den Tisch passe. Und liebe Cafébetreiber, bitte nehmt Abstand von diese Tischen mit riesigem, breitem Metallstandfuß, der einem erst recht wertvolle Zentimeter nimmt…

Wenn der Fuß nicht auf die Stufe passt…

Und Lampen, wie oft ich mir schon an verdammt niedrig angebrachten Lampen so dermaßen den Kopf gestoßen habe. Aua! Oder Lampen an Esstischen –alle können darunter hergucken und sich anschauen. Und ich sehe einfach nur Lampe, direkt vor meinen Augen. Da bekommt der Spruch „Mir ist ein Licht aufgegangen“ eine ganz neue Bedeutung.

Treppen, Treppen sind übrigens auch so ein Thema. Schon mal erlebt, dass dein Fuß nicht auf eine Stufe passt? Ich schon oft. Mit Absatzschuhen wird es tückisch –dann kann das mit der Gewichtsverteilung schon mal schief gehen und man von der Stufe kippen. Ich wähle dann zwischendurch immer den eleganten „Seitwärts-Fuß-Aufsetzen-Krebstreppengang“. Crazy Walk ist nichts dagegen.

Große Menschen und Möbel, das ist einfach so ein Thema – auch hier gilt, nur schön ist eben nicht alles.

So, ich bin heute ziemlich geschafft. Meine Nachbarin hat mir ein schönes Bad zur Entspannung vorgeschlagen. Wasser ist ja nicht so 100-prozentig mein Element, aber damit kommt man als großer Mensch in der Wanne ja auch nicht viel in Berührung. Die Gefahr, versehentlich unterzutauchen ist da ausgeschlossen. Und ich wollte eh mal wieder Yoga machen und meine Beine verknoten. Also Wanne, ich komme!

2 comments on “Möbel und andere Tall girl problems
  1. Oh weh – denkt man als „norm-große“ Frau (170cm) ja nicht so drüber nach. Die Sache mit dem Bett und der Küche verstehe ich, aber liebe Sarah, an Café-Tischen, unter denen du die Beine lässig überschlagen kannst, sitze ich dann wie ein Äffchen auf dem Schleifstein, das heißt Kinn auf Tellerhöhe – DAS ist dann auch nicht schön. Im öffentlichen Raum müssen wir uns also irgendwie arrangieren 🙂 aber das schaffen wir doch, gell?

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