Andere Welten, Barcelona und das neue Blond

Miss Grossartig bei den Fuentes Magicos in Barcelona

Miss Grossartig bei den Fuentes Magicos in Barcelona

Da sitze ich, völlig versunken, lausche der Musik und genieße den magischen Moment. Ich sitze am Brunnenrand bei den Fuentes Magicos. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage, denn die Verantwortlichen haben sich dieses Jahr noch einmal übertroffen.

Eine Woche Spanien

Es war eine gute Entscheidung, den Selbständigen-Stress und schwirrenden Kopf gegen eine Woche Barcelona bei meiner spanischen Freundin Maria zu tauschen. Ich fühle mich frei und beschwingt und zurückversetzt in alte Zeiten. Mein Studienjahr in Spanien ist sofort wieder präsent. Am liebsten möchte man völlig eintauchen in diese Welt und noch ein bisschen länger, ein paar Monate bleiben. Aber wem will ich etwas vormachen? Es ist für mich nicht einfach, das Mailpostfach unangetastet zu lassen und nicht zu viel über mein kleines Schuhuniversum nachzudenken. Schuhe sehe ich natürlich an allen Ecken, aber ansonsten halte ich mich wacker und gebe mich dem Auszeitfeeling hin.

In Barcelona gibt es überall grossartige Details zu entdecken

In Barcelona gibt es überall grossartige Details zu entdecken

„Love is in the air“. Das ist genau der richtige Song, denn ich liebe Spanien und Barcelona ganz besonders. Diese Stadt hat einfach alles, was man braucht, sogar Strand. Und die Metro-Anbindung ist der Hit. Über zehn Euro für ein Zehnerticket kann man wirklich nicht meckern.

Ich überrage mal wieder alle…

Trotz der Menschenvielfalt überrage ich in der Metro alle und falle auf. Als ausländischer Touri identifiziert, werde ich in den kleinen Geschäften auf brüchigem Englisch angesprochen. Mein spanisches Herz blutet. So nicht, wir sind hier doch nicht auf Mallorca oder Gran Canaria. Ich reagiere und antworte stur nur auf Spanisch. Immerhin scheint sich dieses in den Standardsätzen noch sehr gut anzuhören. Ich bekomme auf meine Antwort immer wieder zu hören: „Entschuldigung, ich dachte, du bist Ausländerin.“ Haha, nee, gar nicht.

Grossartige Aussicht von den Parkanlagen des Montjuics in Barcelona

Grossartige Aussicht von den Parkanlagen des Montjuics in Barcelona

Mein selbst zusammengestelltes Urlaubsprogramm und das Drumherum mit meiner Freundin Maria, alten Bekannten und neuen Gesichtern ist super. Ein Urlaub ganz nach meinem Geschmack. Kleine, alte Gassen, bemalte Rollgitter, kleine und spezielle Geschäfte und Boutiquen, Montjuic und die herrlichen Parkanlagen, Ramblas, Strand, Tibidabo und Co. – ich komme wieder. Das verspreche ich euch.

Der Rückflug naht und es ist Zeit für die Rückkehr in die Realität. Die Welt ist einfach nicht für große Menschen gemacht. Die Bestuhlung in Flugzeugen erst recht nicht. Auf dem Rückflug das gleiche Dilemma wie auf dem Hinflug. Die Bestuhlung von Vueling ist mit den Jahren noch enger geworden und diskriminiert eindeutig Menschen ab 1,80 Metern. Es ist mir schlichtweg physikalisch nicht möglich, mich in einen der normalen Sitze zu setzen, der Platz für die Beine ist einfach zu klein. Ich habe erneut Glück, dass das Flugzeug nicht ausgebucht ist und muss nicht stehen. Ich kann auf einen Platz am Notausgang umziehen, wo ich mit meinen Beinen hinpasse und noch minimal Luft bis zum Vordersitz habe. Für Menschen, die noch etwas größer sind als ich, wären selbst die Notausgangsplätze nichts.

Eine Veränderung!

Zuhause angekommen, beginnt am nächsten Tag direkt der Alltag. Barcelona ist nur noch eine verblassende Erinnerung. Ich will eine Veränderung. Ich will eine neue Haarfarbe. Ein helles Karotti-Rot. Ich habe rote Haare und rothaarige Protagonisten in Büchern wie „Anne of Green Gables“ oder „Vollmond über Kaschmir“ schon immer geliebt. Da ich schon länger mit der Farbe liebäugle, beschließe ich, endlich einen Friseur zu suchen und es zu wagen. Tatsächlich bekommt er es trotz der dunklen Ausgangsmischfarbe super hin.

Ich bin glücklich, auch wenn ich mich die ersten Tage im Spiegel noch fremd finde. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und die Postkarten aus Barcelona trudeln nach Poststreik und Co. auch endlich bei ihren Empfängern ein und erinnern mich an meinen tollen Urlaub. Ansonsten sorgt meine neue Haarfarbe für ein bisschen Spanienfeeling. Ich werde häufiger und offener angeflirtet denn je.

Meine neuen Haare und ich in meinem Schuhe Grossartig Geschäft

Meine neuen Haare und ich in meinem Schuhe Grossartig Geschäft

Wenn ich rausgehe, komme ich mir vor wie in Spanien: Man überschüttet mich mit plumpen Anmachen und Komplimenten. Am Anfang habe ich mich zum Teil total erschrocken. Da läufst du als Frau alleine an der Straße entlang und plötzlich wird ein Auto hinter dir langsamer. Du überlegst schon alle Selbstverteidigungstaktiken und dann wollte der Beifahrer nur einen besseren Blick erhaschen und dir ein plumpes Kompliment zurufen. Ich lache mich ja dann immer tot. Karotti-Rot ist offensichtlich das neue Blond. Hach, ich vermisse Spanien gerade schon wieder etwas. Ich geh dann mal raus und lasse mir ein bisschen Spanienfeeling zurufen 😉

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